Sicherheit auf dem Fahrradsattel ist messbar mit der SimRa App
Shownotes
Gefahrenstellen im Straßenverkehr einfach per App melden und die Sicherheit für alle verbessern: Wie das funktioniert und warum jede aufgezeichnete Fahrt zählt, besprechen wir in dieser Folge. Die Anwendung wurde bereits mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet – doch ihr Erfolg steht und fällt mit der Community, die sie im Alltag einsetzt. Wir sprechen mit dem Initiator hinter dem Projekt, Prof. Dr.-Ing. David Bermbach, darüber, wie Daten unseren Radalltag sicherer machen können.
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00:00:00: Resonanzraum Berlin.
00:00:13: Podcast der Studiengangsbarner, der TU Berlin.
00:00:21: Ralf Siebers ist mein Name.
00:00:23: Moin und herzlich willkommen im Resonansraum Berlin!
00:00:25: Heute sprechen wir über ein Thema das zumindest alle die angeht, die wir und da gebe ich auf jeden Fall dazu in dieser Stadt auf zwei Reden unterwegs sind.
00:00:34: Der Titel lautet Radfahren in Berlin mit Simra – einer App zur Steigerung der eigenen Verkehrssicherheit.
00:00:40: Dazu begrüße Köpfe hinter diesem Projekt und hoffentlich habe ich sie so richtig tituliert.
00:00:45: Herzlich willkommen Herr Prof.
00:00:46: Dr.
00:00:46: David Bernbach!
00:00:48: Ja, vielen Dank für die Einladung!
00:00:50: Gerne sehr gerne... Herr Bernbach bevor wir tief in die Technik eintauchen lassen Sie uns kurz über das Gefühl auf Berlins Straßen sprechen.
00:00:58: Ich hab mal versucht wiederzugeben Wahrscheinlich kennt dass jeder der hier rat fährt Man wird eng überholt eine Autotür öffnet sich plötzlich Oder man muss eine Vollbremsung hinlegen weil jemand beim Abbiegen nicht geschaut hat.
00:01:11: Oft ist das ein beängstigendes Gefühl, dass einen begleitet selbst wenn es am Ende hoffentlich immer glücklich ausgeht oder oft sehr oft glücklich ausgeht.
00:01:20: Genau hier setzt ihr Projekt an.
00:01:22: bevor wir klären wie die App dabei hilft Herr Bernbach sprechen Sie gerne ein wenig über sich und woran sie arbeiten.
00:01:29: als Professor für skalierbare Software Systeme an der TU Berlin.
00:01:33: Ja genau Wir arbeiten wie Sie schon sagen an skalierbaren Software Systemen also wirklich Kern, IT-Themen.
00:01:40: Da geht es... Also mein Lieblingsbeispiel ist immer wir kennen alle Gmail und wir wissen wie viele Leute Gmail nutzen und die ganzen Apps, die regeln ja im Hintergrund mit einem Backend in Google Rechenzentren.
00:01:52: und wie bekommt man das hin dass diese Systeme im Backend tatsächlich zuverlässig funktionieren?
00:01:58: Ja also jeder der irgendwie schaut ob WLAN funktioniert oder Internetzugang klappt haut einmal google.com in den Browserleisten rein.
00:02:07: Also wir haben die schon als Synonym für Verfügbarkeit gesehen und das ist die Art von großen IT-Systemen, die mich in meiner Forschung interessieren.
00:02:15: Und da schauen wir es verschiedenste Aspekte an.
00:02:18: Ich glaube, dass geht jetzt ein bisschen zu weit wenn ich hier noch mehr Details dazu gehe.
00:02:23: Genau aber was wir auch noch machen ist, dass wir halt als Team, was eine stark ausgeprägt Kompetenz im Bereich wie können Software bauen?
00:02:34: Könnt wirkliche Software Systeme bauen.
00:02:36: was wir auch immer wieder tun ist, dieses Wissen sozusagen anzuwenden in unterschiedlichsten Anwendungsdomänen.
00:02:42: Den Stellen wo wir denken damit können wir einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten.
00:02:48: Okay danke dafür.
00:02:49: mit dem Beispiel Gmail habe ich natürlich sofort bei mir ins schwarze getroffen.
00:02:53: Auch eine meiner Lieblingsmails.
00:02:55: Danke für das was Sie gerade gesagt haben.
00:02:58: Beginne mal mit einer sehr überspitzen Frage.
00:03:00: hoffentlich meine einzig blöde Frage in diesem Gespräch zu Ihrer App.
00:03:05: Wir haben doch eine offizielle Unfallstatistik der Polizei.
00:03:08: Warum reicht die eigentlich nicht aus, um den Radverkehr sicher zu machen?
00:03:14: Ja da gibt es so zwei Haken dabei.
00:03:16: also Nummer eins dies halt unvollständig und der Unfall Statistik werden halt nur Fälle erfasst bei denen es zum Personenschaden kam und die Polizei benachrichtigt wurde.
00:03:28: und das ist halt einfach gar sehr unvollständig.
00:03:32: Wenn ich hinfalle und die Polizei nicht rufe oder die Polizei zwar gerufen wird, aber es käme Personenschaden in irgendeiner Form gab.
00:03:38: Tauchen diese Fälle da drin einfach nicht auf!
00:03:41: Und der andere Punkt ist dass das einfach diese ganz vielen sehr knappen Situation gibt wo's da einfach der Unterschied ist welche eine halbe Sekunde früher oder später losgefahren dann wird diese Situation anders ausgehen.
00:03:54: Die Forschung im verkehrswissenschaftlichen Bereich spricht auch von Nirmes-Incidents oder Weinarunfällen Gefahrensituation Und die werden halt alle auch nicht erfasst und die sind aber aus zweierlei Sicht entscheidend.
00:04:07: Also zum einen beeinträchtigen, die ganz stark das subjektive Sicherheit empfinden von Radfahrenern in der Stadt.
00:04:15: Wenn ich viele von diesen Situationen habe dann fühle ich mich nicht sicher und wohl auf dem Fahrrad.
00:04:22: Der andere Punkt ist wenn man rausfinden möchte wo es jetzt besonders gefährlich ist für eine Fahne braucht man ja sozusagen, sag mal ganz blöd mehr als einen Unfall um da was aussagen zu können.
00:04:35: Und da finde ich persönlich es doch irgendwie geschickter wenn man nicht wartet bis man mit Verletzten und Toten eine statistisch signifikante Wertpunktbildung erkennen kann sondern dass man einfach diese Weina-und Gefahrensituation als Proxy nutzt zu sagen wo eben gerade nochmal du gegangen ist aber wo man halt auch starke Tendenzen erkennen kann ob irgendein Ort verglichen mit anderen Orten in der Stadt besonders gefährlich ist.
00:05:01: Okay, danke.
00:05:02: Herr Bermer, Sie sind erkältet.
00:05:03: jetzt kommt noch eine Frage, mit der Ihre Stimme nochmal stark strapazieren werde.
00:05:08: die geht nämlich so ich möchte Sie gerne bitten ihre App vorzustellen?
00:05:14: Genau also der Grundgedanke der App war dass wir Radfahren und die Möglichkeit geben die eigenen Fahrten aufzuzeichnen damit mir auch nicht nur einfach ein event haben irgendjemand sagt hier ist gefährlich sondern dass wir halt das mit einer konkreten fahrt verknüpfen können mit einem ganz konkreten eignis.
00:05:32: da war wirklich jemand an diesem ort.
00:05:34: Das ist so.
00:05:35: der eine hintergedanke und zweite hintergedanken ist, dass wir das ganze so einem privacy first focus machen also.
00:05:43: Wirklich auf die privatheit sozusagen unser nutzenden achten.
00:05:47: deswegen wissen wir auch ganz blöd gesagt gar nicht wie viele nutzende wir haben ja Also wirklich elementares Kernbestandteil der App.
00:05:55: Der Workflow ist im Prinzip so, man muss das einmal ein bisschen aufsetzen und sagen in welcher Region man unterwegs ist und paar Meter Informationen ausfüllen zum Fahrertyp und ähnlichem.
00:06:07: gegebenenfalls muss man auch noch in den Energiespar-Einstellungen dem Betriebssystem verbieten dass es die App klingt.
00:06:13: also mit die App immer wieder beim Fahren und Aufzeichnen abstürzt nicht die app die absturz noch das betriebssystem.
00:06:20: was ist dieifikation zu widrig?
00:06:22: die erb kind muss nachher rausfügen.
00:06:24: aber das klappt genau.
00:06:25: wenn man das einmal gemacht hat dann ist der workflow einfach.
00:06:29: ich habe mein fahrrad abgeschlossen und bin bereit zum losfahren.
00:06:32: dann drück ich in der app einmal auf start da fahre ich los wenn ich im zielort angekommen bin drücke ich auf stopp und dann wird einmal kurz ein bisschen number crunching gemacht.
00:06:41: der default ist eine lokale heuristik die ist aber mit einem sehr, sehr gemütlichen Fahrstil auch passabel funktioniert.
00:06:51: Ein bisschen besser und für andere Fahrstile ist es mit einem komplexeren Deep Learning-Modell.
00:06:56: dafür muss die Rohdaten der Fahrt einmal kurz das Handy verlassen.
00:07:00: deswegen ist das mit so einem Opt in dass man es einstellt.
00:07:03: bei mir speichern davon aber nichts von den Rohdarten Und ich bekomme dann einen Überblick über meine Fahrt gezeigt.
00:07:09: Ich kann die vom beiden Seiten beliebig stark zuschneiden welche teile ich letztendlich als datenschwende weitergeben möchte und mithilfe von der heuristik oder dem diebler in modell haben wir so mark drauf gesetzt wo wir glauben hier war vermutlich gefährliche situation.
00:07:26: das klappt naturgemäß für manche incidentarten deutlich besser als für andere als alles was mit bremsen einhergeht kann gut erkennen.
00:07:34: Alles was irgendwie was echt dichtes überholen ist dass sieht man einfach nicht.
00:07:37: ja weil wir die Beschleunigungs-Sensor an das Basis dafür nutzt.
00:07:40: Genau und ich habe dann diese Liste an Incidents, wenn welche fehlen kann ich sie noch hinzufügen?
00:07:46: Wenn welche falsch positiv sind, kann ich es ja verignorieren!
00:07:48: Und ich würde dir dann einfach anklicken und die Label dazu gebe ich an aus dem Auswahlmenü was dort passiert ist über ein paar Checkboxen noch wer daran beteiligt war.
00:07:59: also keine Ahnung.
00:07:59: Taxi und Motorradfahrer waren auch daran beteiligt Und ich kann auch angehen, ob das besonders gefährlich aus meiner Sicht war.
00:08:05: Also dass ich das besonders bedrohlich wahrgenommen habe und es gibt ein optionales Breitex-Feld.
00:08:10: Das mache ich für alle.
00:08:11: diese Inzidenz und klick am Ende auf Speichern.
00:08:15: Irgendwann entweder gleich oder zu Hause im W-Laden kann ich dann auch hochladen schicken, damit die Fahrt noch bei uns herüber übertragen wird.
00:08:22: Das ist im Prinzip der Workflow.
00:08:24: da muss man einmal kurz im Anfang ein bisschen reinkommen aber wenn man da ein bisschen... Das ist ein bisschen länger benutzt, dann ist man da irgendwie bei einer Minute pro Fahrt in Summe durchaus überschaubar.
00:08:34: Es sei denn, man möchte den Roman schreiben das oder naturgemäß so lange wie man den Roman schreibt Genau und was wir dann halt im Hintergrund machen ist Wir bekommen halt diese Fahrten alle einzeln pseudonymisiert hochgeladen.
00:08:46: Deswegen wissen wir nicht wie viel nutzende wir haben.
00:08:49: Und Dann landet es in der komplexeren Datenverarbeitungs Pipeline Wo wir diese Fahrton gegen eine Karte matchen und dann für Straßenabschnitte sozusagen ausrechnen, wie viele Fahrten waren dort?
00:09:04: Wie viele Inzidents waren dort also in Differenzierung besonders bedrohlich nicht normal bedrohlig.
00:09:10: Und dann können wir einen Score ausrechen an Anzahl an Gefahrensituationen geteilt durch die Anzahlernfahrten.
00:09:17: denn nur weil irgendwie einem Ort besonders viele Gefahren-Situationen auftreten heißt das ja noch nicht dass dieser Ort besonders gefährlich ist.
00:09:26: Das kann auch einfach nur heißen, dass dort extrem viele Menschen langfahren.
00:09:29: Genau das ist der Prinzip die App und was wir hinterher damit machen.
00:09:35: Okay, danke schön!
00:09:37: Welche Sensoren nutzen Sie denn wenn ich mal ein Smartphone am Lenker oder in der Tasche habe?
00:09:43: Ist das einfach nur die Geschwindigkeitsmesserung?
00:09:47: Also was wir da drin erfassen sind diese gesamten Bewegungs- und Lage-Sensoren.
00:09:52: Da gibt es eine ganze Menge, also die sind auch die, die dafür sorgen das zum Beispiel das Handy aufhört zu klingeln wenn man's rumdreht oder so.
00:09:59: Bei Android ist es so.
00:10:02: da gibts diese smarte Entsperrung der sich dann irgendwie sperrt wenn er erkennt dass das Handy geklaut wird oder längerer Zeit unbeaufsichtigt war.
00:10:11: Das sind alles diese Bewegungs- und Lagesensoren.
00:10:14: Die nutzen wir dafür um diese Sachen zu sein.
00:10:17: GPS nutzen wir natürlich auch um halt irgendwie festzuhalten, wo diese Situation war.
00:10:24: Okay und diese Dinge das sind so Bremsmanöver-Ausweichbewegungen?
00:10:28: Genau!
00:10:29: So
00:10:29: einen
00:10:30: Beschleunigungs-Sensoren gibt es in allen drei Dimensionen je nach Handy Ausrichtung.
00:10:35: halt irgendwie verdreht aber grob nach oben nach vorne hinten und links rechts und alle dreidimensionen schlagen halt kontinuierlich aus wenn man das Ding an seinem Lenker montiert hat und eine ungefederte Gabel hat, und über Kopfsteinpflaster fährt.
00:10:50: Sondern die oben unten Dimension einfach auf dem Maximum.
00:10:53: Okay, danke schön!
00:10:55: Danke dafür dass Sie es erklärt haben.
00:10:56: das hätte ich jetzt niemals gekonnt.
00:10:58: um ganz ehrlich zu sein Ich habe mir Ihre App erst in Vorbereitung dieses Interviews auf ein Handy geladen Und dies obwohl ich quasi jeden Tag aufs Rad steige.
00:11:06: Der Grund?
00:11:07: Ich wusste gar nichts von der App.
00:11:09: Simra ist ja ne Citizen Science Initiative Und ich mache jetzt mal ein bisschen Eigenwerbung.
00:11:14: Ich arbeite auch in so einem Projekt mit Berlin zählt, wir verleihen seit vier Jahren kostenlos Zähler, mit denen man das Verkehrsverhalten seinem Kiez messen kann, also man kann Autos, Fahrräder, Fußgänger, Weltkwes und die Geschwindigkeiten der Autos messen.
00:11:28: Wenn man was in seinem Kids verändern möchte dann kann man mit diesen Daten... Man braucht ja Daten wenn man etwas verändern will.
00:11:34: Dann kann man den Daten zu politischen Willensträgern, zu dem lokalen Ämtern usw.
00:11:39: gehen.
00:11:40: aber Also wir sind jetzt so seit vier Jahren, glaube ich dabei und haben das Gefühl irgendwie es gibt unsere Science-Initiative um auf Citizen Science zurückzukommen.
00:11:52: Aber die Citizens wissen nichts davon und fragen uns nicht obwohl wir denken, wir müssten viel öfter angefragt werden.
00:12:00: Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
00:12:02: Und wie haben sie sich verbreiten können?
00:12:04: Ja, das ist tatsächlich bei uns recht ähnlich.
00:12:07: also der Die Hauptchallenge ist wirklich nutzender zu finden und wir haben da halt sehr, sehr viel Werbung sozusagen gemacht auch.
00:12:16: Und immer wenn das in irgendeiner Form durch die Medien ging oder ich irgendwo war und einen Vortrag gehalten habe dann gab es danach wieder irgendwie ein paar neue Nutzer.
00:12:29: Wir machen aus Privacy Gründen keine automatische Aufzeichnung, sondern man muss immer dieses händische Triggern mit Aufzeichnungen beenden machen Und dadurch verlieren wir halt auch gleichzeitig immer wieder Menschen, weil die sich das halt... Menge X installiert sich die App.
00:12:45: Eine Menge Untermenge davon nutzt sie dann auch einmal und eine UntermenGE davon nutze ich auch ein zweites, drittes, viertes Mal und eine untermenGE schlussendlich nimmt es sozusagen in die eigene Routine auf.
00:12:58: Also ich muss nicht mehr darüber nachdenken!
00:13:00: Für mich ist das Fahrrad aufschließen, Heldaufstützen, Bremsen testen Appross holen starten wegpacken auf steigen los fahren.
00:13:08: Es ist einfach so ein automatismus geworden und in diesen automatismus reinzukommen das ist tatsächlich sehr schwierig.
00:13:15: und was uns auch wirklich weh getan hat war die Corona Lockdown, ganzen Einschränkungen die es dort gab und die starke Verbreitung von Home Office dadurch weil ich schon den Eindruck habe dass ist ein starker overlap zwischen unseren usern und den vernünftigen in der gesellschaft gibt.
00:13:39: Und überproportional viele unserer user im viel home office gewechselt sind, inklusive mir.
00:13:45: Und das hatten schon richtig weh getan.
00:13:48: da sollten sie doch jetzt einige user hinzubekommen.
00:13:50: jetzt wo die beziehen preise so an die dekke gehen denke ich.
00:13:54: Schönen aber dass die davon hören naja das ist ja wirklich lang und wenn ich mich jetzt sowieso Null Acht Fünfzehn Bewohner von Berlin denke, die lauern glaube ich jetzt nicht alle da drauf bei irgendwelchen Forschungsprojekten mitmachen zu können.
00:14:12: Das sind vielleicht Einzelne, die da Lust haben aber...
00:14:15: Ich will jetzt nicht und erwähnen dass sie oder das Simra-Zwanzig-Zweiundzwanzig den ersten Platz beim deutschen Fahrpreis gewonnen hat.
00:14:22: Dass zumindest diese Dürfte sich ein bisschen angeschoben haben, denke ich mal.
00:14:26: Meine Frage geht jetzt einfach weiter.
00:14:29: Sie stellen die Daten zum Beispiel über das Berliner Open Data Portal zur Verfügung und ich habe danach gesehen und finde da den gleichen Disclaimer, den ich auch für mein zuvor schon erwähntes Berlin-Zehlprojekt angezeigt bekomme der heißt externer Datensatz.
00:14:44: dies ist ein externe Datensatz der nicht von einer Behörde oder der berliner Verwaltung veröffentlicht wurde.
00:14:50: Das führt mich zu meiner Frage gibt es Konkrete Rückmeldung oder Beispiele von Berliner Politikerinnen und Verkehrsplanarin aus den Bezirksämtern, wo ihre beinahe Unfalldaten bereits zu einer baulichen Veränderung oder einer sicheren Ampelschaltung geführt haben?
00:15:07: In Berlin tatsächlich nicht.
00:15:09: Die Behörden sind gefühlt in so einem extremen Überlastungszustand.
00:15:17: In vielen Fällen wahrscheinlich auch verursacht durch einfach unfassbar umständliche Prozesse.
00:15:23: Da brauche ich mir nur unsere TU-Verwaltungsprozesse angucken.
00:15:27: Und alle Interaktionen mit Bürgerämtern und ähnlichen zu egal welchen Themen, also ich glaube da ist einfach allgemeine völlige Überlastung bei äußerst komplexen Prozessen die viel zu kompliziert sind.
00:15:43: Deswegen haben die alle gar nicht den Kopf dafür.
00:15:46: Ich hatte auch vor ein paar Jahren hier mit einem aus der Asynatsverwaltung für Verkehr telefoniert sehr motiviert und engagiert ist.
00:15:55: Und der meinte, ja wir kommen halt doch gerade noch nicht mal hinterher die tatsächlichen Unfallschwerpunkte zu entschärfen über den sie es auf gesetzlicher Ebene müssen.
00:16:04: also sie kommen nicht mehr da zu diese Daten komplett auszuwerten.
00:16:08: und
00:16:10: dann kommt auch das dazu dass die zu müssen Berlin die Planung für welche Verkehrsanlagen gerne einfach mal zehn Jahre dauern Unvorstellbar lang, aber der Checkpoint spricht ja immer von Behördenpingenpong.
00:16:25: Das ist glaube ich auch hier einfach so weil Behördx fängt an und redet dann mit siebenunddreißig anderen Behörde und spielen sich die Bälle zu und dann zieht es sich deshalb veriebig so fahren.
00:16:36: Ja wenn man überhaupt irgendwas bewegen kann dann eigentlich nur wenn Es in irgendeiner Form ein öffentlicher auf frei oder aufmerksam oder kalt oder druck irgendwie gibt.
00:16:50: Ist das anders?
00:16:51: Ja, kann ich es ja gut nachvollziehen.
00:16:53: In Berlin passiert deutlich zu wenig und ist auch zu lang.
00:16:58: Und das Mobilitätsgesetz scheint die Lichtjahre zurückzuliegen.
00:17:03: Sie haben aber in anderen Gegenden eine größere Aufmerksamkeit.
00:17:09: Ich habe über Nürnbig gelesen dass zumindest der ADFC dort auf der Webseite des Dort ne Karte mit den Beinaheunfällen platziert wurde Und sie sind in Waldorf, glaube ich gut im Geschäft.
00:17:25: Genau wir sind ziemlich viele Regionen tatsächlich in Deutschland und teilweise auch Ausland also Österreich, Schweiz und Niederlande.
00:17:35: Wir haben so ein paar.
00:17:36: einzelne kleine Abregion ist immer so organisiert dass es halt jeweils vor Ort einen Regionsverantwortlichen gibt der verantwortlich dafür ist, mit diesen Daten um was anzufangen.
00:17:48: Und das ist dann halt je nach Region sehr unterschiedlich.
00:17:50: also manchen Regionen passiert wenig bis gar nichts.
00:17:53: Das ist einfach so.
00:17:54: und dann gibt es halt ja so Regionen wie Nürnberg zum Beispiel wo halt da jemand vom ADFC extrem aktiv und engagiert dahinter ist Radfahrende dafür zu begeistern die abzunutzen und tatsächlich auch mit den Daten auf die Stadtverwaltung einzuwirken und so wie ich das mitgekriegt habe zumindest auch in Teilen halt mit Erfolg.
00:18:15: Und dann gibt es halt andere Regionen, die Konstanz und Waldorf.
00:18:21: Wo die Stadtverwaltung angekommen ist und gesagt hat hey wir wollen eure Region verantwortlichen sein?
00:18:26: Wir wollen diese Daten haben!
00:18:27: Wir wollen damit unsere Radnetze planen mit diesen Daten.
00:18:32: ja und gerade Waldorf oder Wiesloch-Waldorf... Die haben natürlich gewerbesteuermäßig ganz gut Cash da weil SAP und so.
00:18:40: Aber diese waren da sehr, sehr dahinter.
00:18:41: Die haben noch eine große Werbekampagne gemacht und haben sozusagen gepusht dass dieser App genutzt wird um damit eben eine Datengrundlage zu haben mit dem die ihr neues Radverkehrsnetz planen wollten ist regional sehr unterschiedlich.
00:18:55: Und klingt hier in Berlin wie ein Märchen das dir Verwaltung sagt ich möchte dann Daten haben?
00:19:00: Absolut absolut.
00:19:02: aber man darf nicht vergessen es lohnt sich trotzdem diese Daten zu sammeln weil Grundlage, auf der man argumentieren kann.
00:19:11: Ja also wenn ich jetzt an irgendeiner Stelle sage, kann ich natürlich viel sagen ja Mobilitätsgesetz sagt Ich muss jetzt dieses und jenes hier.
00:19:18: aber wenn ich halt sagen kann und die Gefahrensituation ist wie folgt Ist das halt einfach nochmal eine andere Grundlage?
00:19:24: Also es gibt eine wissenschaftlich erfasste Datenbasis.
00:19:28: Das ist einfach noch mal eine andere Argumentationsgrundlage.
00:19:31: also gerade auch Wenn irgendwas passiert Dann ist grundsätzlich ist es den öffentlichen Verwaltung in Berlin bekannt?
00:19:41: Ich würde jetzt gerne doch nochmal kurz zurückschwenken nach Berlin, genau gesagt nach Brandenburg.
00:19:46: Da hatten Sie ein Projekt Nudafar zusammenarbeit mit der TH Wildau beteiligt, liegt's schon bisschen zurück aber vielleicht könnten sie das noch mal kurz erklären wie Simrad dort wurde.
00:20:01: Dort kam das tatsächlich so gepusht von einer sehr aktiven Ja, Fahrradaktivisten Gruppe.
00:20:09: Die halt auch die Radinfrastruktur verbessern wollten und dazu erfassen wollten wo fahren denn Leute lang?
00:20:16: Und wo sind Gefahrensituationen?
00:20:19: und gerne auch Dinge zur Untergrundqualität, die wir z.B.
00:20:23: auch aus dem Daten rauslesen können.
00:20:25: Und all diese Daten wurden die erfassen und diesen da tatsächlich auch im Rathaus ein bisschen auf der Tür reingerannt.
00:20:30: Die an Naturgemäß halt begrenzte investibel Mittel, um Dinge umzubauen.
00:20:37: Stehen aber sozusagen, stehen oder standen den Ideen sozusagen da diese Infrastruktur zu verbessern sehr offen gegenüber.
00:20:43: und ja nur dafür war ein Gott das war das BMBF glaube ich finanziertes Drittmittelprojekt, dem wir halt gemeinsam mit den Gemeinden Eichwalde schulzen darauf und zeuten aus Eichwalde und diversen anderen Drittelpartnern irgendein darin gearbeitet haben solche Informationen zu sammeln und in unterschiedlichster Form aufzubereiten.
00:21:08: Ist es denn eigentlich so, dass Sie zum Beispiel aus diesen Gemeinden diese gerade aufgeführt haben?
00:21:12: oder ich glaube Konstanz war auch in Ihrer Liste für mich nicht täuscher über der Waldorf?
00:21:17: Dass sie da etwas an den Daten lernen was sie in Berlin nicht so entdeckt hätten und dann doch auf Berliner beziehen können?
00:21:26: Tatsächlich gibt's ganz witzige Dinge drin.
00:21:28: also zum einen die anderen Regionen sind alle wesentlich ungefährlicher.
00:21:33: Wir hatten uns initial mal, also ich hatte ja erzählt das wird die Karten dann berechnen.
00:21:38: Also mit Anzahl an Inzidenz geteilt durch Anzahl in Fahrten und da hatten wir uns halt so Schwellwerte überlegt wie wir die Karte einfärben wollen.
00:21:45: Das funktioniert auch mit anderen Regionen ganz gut aber in Berlin war die ganze Karte rot und orange.
00:21:52: Diese Schwell-Werte ein bisschen angepasst.
00:21:53: Das andere ist tatsächlich auch einfach.
00:21:56: also das automatische Verarbeiten von diesen Open Street Map Daten ist auch extrem herausfordernd weil einfach nicht dafür gemacht ist und diese Datenformate so heterologieren sind.
00:22:06: Aber was auch wirklich auffällt, ist wie unterschiedlich die Geografien in einzelnen Städten ist.
00:22:14: Wir bauen gerade unser gesamtes Analyse bei Gent neu aber der alten Version, die nur noch so semi läuft haben wir zum Beispiel ausgerechnet etwas Kreuzungsens Und Kreuzungen sind jetzt in OpenStreetMaps nicht hinterlegt.
00:22:29: So der Ernst-Reuter-Platz, ja wir würden sagen das ist eine Kreuzung.
00:22:33: OpenStreetMap Datenformat würde sagen das sind ungefähr vierunddreißig Kreuzungs.
00:22:37: Weil jeder einzelne Straßenarm ist dort als Knotenfolge vom Typ Highway hinterlegt und immer wenn sich zwei Highways treffen ist dort ein Intersection.
00:22:48: Aber das wollen wir ja nicht!
00:22:48: Also wir wollen das ja gerne hoch aggregiert wissen für dass es der Ernsträuter Platz und der ist unser gefährlich.
00:22:53: Deswegen hatten wir da so einen Ansatz überlegt, okay wir nehmen diese Stellen wo sich zwei Highways kreuzen und legen dann Kreis drum.
00:23:01: Und wenn zwei Kreise sich berühren oder überlappen, dann merken wir die zusammen in einen größeren und sagen ja das gehört wohl offensichtlich als Kreuzung zusammen.
00:23:11: Das haben wir für Berlin einmal fertig gebastelt und es funktionierte auch ganz gut.
00:23:15: Es gab so ein paar Stellen wo es nicht ganz geklappt hat aber lässt sich dann auch nicht fixen weil es muss halt automatisiert sein.
00:23:21: Ja und dann haben wir das mal für die anderen Regionen durchlaufen lassen, haben festgestellt dass es einfach die gesamte Innenstadt von Bern in eine große Kreuzung gemirkt hat.
00:23:29: Da bleibt einfach die Größe von Berlins Straßenbreiten ja so der Abstand zwischen zwei Häusern ist halt teilweise größer als Strassenblock in der Innenstadt Von Bern Und diese geografischen Unterschiede sind schon wirklich ganz spannend also wie anders das einfach ist.
00:23:49: Gleichzeitig zeigt das auch irgendwie nochmal ganz extrem, dass es so völlig unnötig ist.
00:23:55: Dass es für Betratfahrende in Berlin so unfreundlich und gefährlich ist weil wir haben so viel Platz.
00:24:03: Also andere Städte haben die halbe Straßenbreite zur Verfügung Und kriegen sie eine bessere Infrastruktur zu haben.
00:24:10: Wir haben soviel Platz hier und stattdessen klatschen wir da mehrere Spuren rein und dann vielleicht noch links und rechts senkrecht parker.
00:24:19: Also es läuft alles letzten Endes hinaus, dass wir irgendwie Flächen müssen umverteilen müssen.
00:24:24: Weil den Platz denn haben wir?
00:24:27: Okay!
00:24:28: Das trifft natürlich auch mein vollstes Verständnis und meine vollste Zustimmung, das wäre jetzt ein super Schlusswort.
00:24:36: Ich stelle daher eine Schlussfrage.
00:24:38: Und zwar würde ich gerne für alle die noch nicht mitmachen – und das sind ja einige in Berlin, denke ich mal – was sind denn die ersten Schritte, um selbst Teil der Simra-Community zu werden?
00:24:49: Also das Einfachste was man machen kann es wirklich einfach die eigenen Fahrten aufzeichnen.
00:24:54: Da lädt man sich die Simra App in den jeweiligen App Stores runter, gibt's für Android und für iOS.
00:25:02: Die heißen auch jeweils Simra, also S-I-M-R-A, also für Sicherheit im Radverkehr.
00:25:09: Ich hatte genau zwanzig Sekunden Zeit mehr ein Akku nehmen zu überlegen damals.
00:25:12: Und man installiert sich diese App und fängt an sie... zu nutzen.
00:25:16: bei Fahrten, ja muss ihr einmal irgendwie zwei Minuten einrichten am Anfang kurz vorher.
00:25:21: Das man halt auch die Fahrten in der richtigen Region hoch lädt dass sie auch in Berlin aufzeichnet in Berlin landen und nicht über den Kollegen im Konstanz.
00:25:31: Und dann ist das Hauptding dran zu denken sozusagen vor der fahrt auf Start am Ende auf Stopp zu drücken und kurz bei Informationen einzutragen.
00:25:40: Dass es eigentlich nicht so aufwendig, man kann sich auch bei jeder Fahrt wieder neu entscheiden.
00:25:47: Schön ist natürlich wenn man in die Routinen reinkommt dann bekommen wir halt einfach Dauer-User sozusagen.
00:25:55: Wenn man sich darüber hinaus noch weiter engagieren möchte räumen wir uns immer über Menschen die Lust haben auf Basis dieser Daten aktiv zu werden also dir wirklich zu nutzen und einfach mal in der lokalen wv vorbeizugehen und da anzuklopfen zu sagen hört mal ich habe hier in dieser datenauswertung gesehen dass dieses und jenes und wir müssen da was machen und jetzt eine datengrundlage und also darüber freuen mit auch und falls wer lust hat technisch mitzumachen ist auch das willkommen.
00:26:28: man kann doch beliebig stark einsteigen.
00:26:30: es gibt den open bike sensor wenn man Lust hat bisschen platinen zu löten und sich das zutraut.
00:26:38: Ich gab in Berlin mal vom Tagesspiel dieses Radmesserprojekt, wo man Überholabstände messen kann.
00:26:44: Das weiterentwickelte Produkt davon ist der Open-Bike-Sensor, so ein Hackerspace-Projekt aus Stuttgart und den kann man tatsächlich mit der Sintra App per Bluetooth koppeln oder im OBS Light per Kabel.
00:26:56: das ist alles sehr, sehr hacky aber dann habe ich tatsächlich eine Lösung an meinem Fahrrad dran die automatisch die Überholabsstände von allen Fahrzeugenden auch noch erfasst und entsprechende Insolvenz für zu Dichtes überholen, manuell hinzuwenden.
00:27:12: Dass man denen nicht mal manuell ergänzen muss um die automatisch eingetragenen Breite.
00:27:15: Also wenn man sich da sehr reinhängen möchte kann man sich auch so ein Ding bauen.
00:27:19: Da bin ich selber auch noch nicht zugekommen aber die Möglichkeit besteht und ansonsten wir freuen uns einfach auf Leute die Lust haben mit den Daten einfach nur was anzufangen.
00:27:29: Ja Dankeschön Herr Pemberton.
00:27:32: Kann ich nur appellieren dass sie... mit ihrem Appell auf eine Ohren geschossen sind jetzt.
00:27:38: Danke auch, dass Sie den Open-Bike-Sensor erwähnt haben.
00:27:40: das finde ich eine tolle Sache.
00:27:43: Insgesamt bedanke ich mich für unser Gespräch.
00:27:46: Gerne!
00:27:46: Vielen Dank.
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