Tiny Forest Berlin
Shownotes
Tinyforestberlin pflanzt Nanowälder in Berlin, um die Artenvielfalt und das Klima zu schützen. Am Neuköllner Wutzkycenter wird am 21.11.26 eine neuer Nanowald gepflanzt. Sei dabei & melde dich an!
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00:00:00: Willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer!
00:00:24: Ich freue mich auf das Gespräch mit Tabea Seleneit vom Verein MirForestEV.
00:00:32: Die Vision des Vereins fand ich sehr spannend – ich darf mal zitieren mit Begeisterung für eine lebendige Erde.
00:00:47: Liebe Tabea, erzähl uns doch mal was über dich und wie du zu dem Verein gekommen bist!
00:00:52: Herzlichen Dank für die Einladung.
00:00:54: Ich habe tatsächlich auch an der TU Berlin mal studiert.
00:00:57: ich hab Biotechnologie studiert im Bachelor hatte danach aber eine kleinere Sinnenkrise und wollte irgendwas tun was sich für mich noch sinnvoller angefühlt hat im Bereich Nachhaltigkeit Klimaschutz.
00:01:07: Und da hat mir mein Weg nach Eberswalde gebracht.
00:01:10: Dort ist eine relativ kleine Hochschule für nachhaltige Entwicklung.
00:01:14: Und dort habe ich dann schließlich einen Master studiert und war mit ganz vielen Menschen in Kontakt, die sich ebenfalls mit dem Thema weit und Nachhaltigkeit und Klima beschäftigt haben und hab da Lukas und Stefan kennengelernt.
00:01:28: Das sind die beiden Gründer von Mia Forest.
00:01:31: Die haben auch beide in Eberswalde studiert im Bereich Forrestwirtschaft, dann aus Lukas Bachelorarbeit heraus ist sozusagen dieser Verein entstanden Und ich bin, sagen wir mal so ein Jahr später dann dazu gestoßen mit noch ein paar anderen Leuten.
00:01:44: Mittlerweile sind wir ein Team von fünf bis sechs Personen die hauptamtlich im Verein arbeiten und eben Tiny Forests oder andere Sachen Pflanzen, Bildungsarbeit anbieten, Forschung machen und vieles mehr.
00:01:57: Fangen wir doch mal ganz am Anfang an!
00:02:00: Was ist ein Miyawaki-Wald?
00:02:04: Es gab mal den japanischen Botaniker Akira Miyawaki, der diese Miyawakimethode erfunden hat.
00:02:11: Einfach aus der Not oder aus der Suche heraus nach einer Methode wie man in Städten, was ja Räume sind wo oft einfach wenig Platz für grün ist, wo sehr viel asphaltiert ist und das Regenwasser nicht mehr ablaufen kann, die man dort einfach eine relativ effiziente Weise kleine Ökosysteme schaffen kann.
00:02:30: Und in diesem Zuge hat er diese Methode erfunden, wo es dabei geht?
00:02:35: auf sehr kleinen Flächen.
00:02:36: Die Flächengröße geht bei hundert Quadratmeter etwa los.
00:02:40: Typischerweise sind die Tiny Forests aber um die zwei Hundert bis Vierhundert Quadratmetern groß.
00:02:45: Das ist etwas kleiner als ein Tennisplatz.
00:02:47: Auf diesen Flächen werden heimische Bäume gepflanzt und dabei schaut man sich die potenziellen natürlichen Vegetation an.
00:02:55: Das ist also die Vegetation, die hier eigentlich noch wäre, wenn nicht diese starken menschlichen Eingriffe gegeben hätte.
00:03:02: Dazu gibt es sehr gute Karten wo man angucken kann welche Ökosysteme würden eigentlich hier gerade in unserer Region oder da wo man eben ein Tiny Forest Pflanzen möchte sein.
00:03:12: und dabei auch daran orientieren wir uns auch.
00:03:14: Und man trifft dann eine Baumartenauswahl, wo man zwanzig bis dreißig verschiedene heimische Baum- und Straucharten auswählt.
00:03:21: Das ist also ein ganz, ganz diverses System was da entsteht.
00:03:25: Es geht nicht darum einzelne Solitärbäume in der Stadt zu erhalten oder zu pflanzen sondern eben wirklich einen diversen gesunden kleinen Grünfleck, wo dann eben an der Boden ganz stark durchwurzelt ist damit das Wasser besser gespeichert wird.
00:03:38: Der Boden wird dadurch verbessert.
00:03:40: Das gehört dann auch dazu, dass natürlich nicht alle Bäume überleben können.
00:03:43: Wir fernzen drei bis vier Bäume pro Quadratmeter.
00:03:46: Das ist also wirklich sehr dicht und das ist irgendwie so eine Armlänge Abstand zwischen den Bäumen.
00:03:51: Da kann man sich schon vorstellen, dass es später mal anders auszieht.
00:03:54: aber das gehört eben auch zu einer typischen Selektion dazu, die Baumarten überleben, die am besten an diesem Standort angepasst sind.
00:04:07: Ein weiterer wichtiger Teil von der Miyawaki Methode ist, dass man den Boden erst einmal noch verbessert.
00:04:13: Ihr könnt euch vorstellen, dass in Städten der Boden sehr verdichtet ist.
00:04:17: Wenn da gerade das Halt drauf war, wenn da vielleicht ein Parkplatz war, Maschinen drüber gefahren sind, Autos gefahren und so weiter.
00:04:23: Wir haben auch ganz viel Bauschütte in unseren Böden in den Städtern.
00:04:26: Also meistens ist es kein gesunder Boden, wo Pflanzen gut darauf wachsen können.
00:04:30: Weshalb wir uns dem Boden erstmal gründlich angucken, Bodenproben nehmen die auch ins Labor einschicken gucken wie sich der Boden wieder zusammengesetzt ist.
00:04:39: Aufgrund dieser Ergebnisse entscheiden wir dann, die bei dem Boden bearbeiten.
00:04:42: In den meisten Fällen ist es aber so dass wirklich bis zu einem halben Meter manchmal sogar ein Meter der Originalboden rausgehoben wird entweder vor Ort in einem Wall irgendwie schön aufgeschüttet wird das man ihn auch noch bisschen zur Gestaltung nutzt und dann neuer Mutterbodenkompost und auch Pflanzenkole mit eingebracht wird um einfach einen nährstoffreichen Boden zu schaffen wo die Bäume dann gut drauf wachsen können.
00:05:09: Was auch noch zu mir Vaki-Methode gehört, ist dass die Pflanzungen immer partizipativ sind.
00:05:13: Das heißt es sind nicht einfach nur wir unser Verein, die dahin kommen und sagen Wir wollen jetzt hier einen Wald pflanzen.
00:05:19: Sondern in der Regel findet die Pflanzeaktion immer mit Kindern von Schulklassen statt Die in der Nähe sind die Schulen oder Kindergartenkindern Oder den anwohnenden Menschen, die da in der nähe wohnen.
00:05:30: Wenn wir zum Beispiel im Häuserblock gepflanzt haben Da hatten wir schon ganz, ganz unterschiedliche Pflanzprojekte auch schon in einem Seniorenheim oder bei einem Hospiz oder auf nem Friedhof.
00:05:42: Oder das kommt dann immer auf den Standort drauf an wer mit dabei ist.
00:05:45: aber das wichtigste ist immer dass es ein gemeinschaftliches Event ist womöglich viele Menschen mit pflanzen.
00:05:51: so entsteht einfach auf einem kleinen Raum einen ganz dichter Wald.
00:05:55: die ganze Theorie dahinter ist dass man die natürliche sukzession so bisschen überspringt.
00:06:01: Normalerweise würde, wenn man eine Fläche einfach brach liegen lässt, die er sich früher oder später auch in einen Wald entwickeln.
00:06:08: Das dauert aber wahnsinnig lange.
00:06:10: Das läuft dann so, dass dann erstmal Kräuter da wachsen, dann kommen irgendwelche Vögel, lassen mal ne Brombeerrot und dadurch, dass sie über die Fläche fliegen und potterlassen vom anderen Samen... So entwickelt sich dann der Fläche Stück für Stück von einer Graslandschaft!
00:06:24: Manchmal Sträucher kommen dann rein und dann kommen die Pionierbaumarten wie z.B.
00:06:28: Pappe, Weide- und Birke, die dann wachsen.
00:06:30: ein paar Jahrzehnte später entwickeln sich dann auch Röserpfarmarten wie zum Beispiel Buche, Ahorn, Eichhoff.
00:06:37: Das dauert aber bis zu zweieinhalb Jahre, bis sich aus einer Brachfläche wirklich den Wald entwickelt.
00:06:43: Die Theorie bei der Miyawaki-Methode ist, dass man diesen ganzen Prozess einfach beschleunigt.
00:06:47: Indem wir sozusagen gar nicht erst Pionierbaumarten pflanzen sondern wir pflanzen direkt die Klimaxbaumarten also die Baumarten, die am Ende in unseren deutschen Wäldern stehen wenn wir in Deutschland pflanzen und so kann sich sozusagen viel viel schneller einfach schon dieses Waldökosystem entwickeln.
00:07:04: Ihr überspringt also die Kräuter, Kleinsträucher und Heckenphase.
00:07:14: Jetzt sagst du gerade partizipativ, das finde ich ganz spannend.
00:07:18: Ihr sprach von Kindergartenkindern?
00:07:21: Wie kann denn da ein Kindergartenkind einen Bäumchenpflanz nicht meinten?
00:07:24: Ich find den Gedanken verlockend.
00:07:25: aber wie kann es das?
00:07:27: Bäumchen haben nur Wurzelballen!
00:07:29: Ja ist eine sehr gute Frage.
00:07:31: Pflanzen in der Regel zweijährige Wurzeln nackte Setzlinge aus Forstbaumschulen Das heißt hier sind relativ klein und leicht.
00:07:39: Das heißt ein Kindergärtenkind kann die sehr gut Hand haben Aber natürlich braucht es da trotzdem sehr viel Unterstützung.
00:07:45: Natürlich braucht auch jeder Baum ein Pflanzloch, was gegraben werden muss.
00:07:48: Das heißt wenn wir Aktionen haben mit Kindergartenkindern dann braucht's da viele erwachsene Menschen die in der Regel dann die Löcher buddeln obwohl wir natürlich auch Kindersparten mitbringen und die Kinder können dann selber aber die Bäume ins Pflantzloch mit reingeben und die Löche auch wieder zumachen von außen.
00:08:04: Aber du hast völlig recht dass es da sehr viel Support braucht!
00:08:07: Und ich sag mal einen günstigen Alter von Kindern eigenständig ihre Löcher buddeln und Bäume einpflanzen, das ist dann eher ab fünfte, sechste, siebte Klasse aufwärts.
00:08:18: Die Miyawaki-Methode macht viel Sinn denn in Japan ist Fläche knapp die Gesamtbevölkerung wohnt nur auf einem sehr kleinen Teil der Landesfläche weil der Rest von Hohen Bergen bedeckt ist und insofern ist da natürlich noch weniger Platz für Grün als vielleicht bei uns wenn ich mir das stark flächenweise sehr stark versiegelte Berlin anschaue.
00:08:40: Da haben wir natürlich auch Bedarf.
00:08:42: Da fällt mir jetzt spontan
00:08:44: ein,
00:08:45: da wurde doch jetzt neulich das Baumschutzgesetz verabschiedet wo aus dem Sondervermögen tatsächlich – ich kann es gar nicht fassen – fünfundzwanzig Prozent des Sonder vermögens für das Land Berlin in Bäume umgesetzt werden soll.
00:09:03: aber derzeit werden noch mehr Bäume gefällt als gepflanzt.
00:09:07: Und meine Frage ist, habt ihr denn irgendwas aus dem Topf erhalten?
00:09:13: Nein.
00:09:13: Wir haben tatsächlich nichts aus dem topf erhalten und in Berlin ist es wirklich sehr schwierig.
00:09:18: Wir sind da auch schon lange dran, wir haben unseren Vereinssitz in Eberswalde.
00:09:22: In Berlin ist eigentlich auch unsere Hauptgebiete wo wir Pflanzprojekte umsetzen wollen.
00:09:27: Es gibt schon fünf bis sieben Tiny Forests in Berlin die wir gepflanzt haben und noch ein paar weitere von anderen Bürgerinnen-Initiativen.
00:09:35: Wir haben auch einen Kooperationsprojekt mit der Karuna Sozialgenossenschaft, wo wir durch eine größere Förderung gemeinsam zwanzig Tiny Forests in Berlin pflanzen wollen.
00:09:45: Und tatsächlich ist es sogar da schwierig zu sagen das Geld ist da.
00:09:48: aber wir finden keine Flächen und laufen regelmäßig gegen sehr verschlossene Türen und haben wirklich schon eigentlich alle Hebel gezogen mit allen Stadtteilen, Quartiersmanagements gesprochen unternehmensflächen private Flächen öffentliche Flächen alles im Betrag gezogen und es ist wahnsinnig schwierig in einer Stadt wie Berlin, die einfach zunehmend nachverdichtet wird.
00:10:11: Und Flächen Wahnsinnig wertvoll sind!
00:10:18: Wir haben tatsächlich auch den tragischen Fall eines Tiny Forests der direkt am Spittelmarkt steht also wirklich unsere zentralste Fläche sag ich mal Die jetzt wieder weichen soll.
00:10:28: durch die Bäume sollen alle gefällt werden.
00:10:31: Sie sind noch nicht so groß, sie sind jetzt zwei Jahre alt weil aufgrund von der Brückensanierung dort eine Zufahrt eingerichtet werden muss.
00:10:38: Und deswegen, der Tiny Forest wird leider wieder weg muss und das ist extrem traurig und tragisch, weil er super gut wächst und die Bereicherung ist für diesen Ort und auch viel genutzt wird und jetzt leider wieder im Weg
00:10:49: muss.".
00:10:50: Ja, dass es wirklich schrecklich, wenn man das hört, dass einiges für das Grün in der Stadt getan wird und das dann an anderer Stelle gleich wieder gestrichen wird.
00:10:59: Was tut denn so einen kleinen Tiny Forest für die Nachbarschaft?
00:11:03: Durchgehen kann man ja nicht.
00:11:06: Genau, das ist in der Regel ein sehr dichtes Gestrüpp könnte man sagen, obwohl wir auch viele Tiny Forests haben die wir so gestalten dass da einen Weg durchführt und auch eine kleine Aufenthaltsfläche in der Mitte drin ist weil das genau ja auch der Wunsch ist dass diese Tiny Forest genutzt werden können, dass das irgendwie eine kühlene Oase in der Stadt ist Und er hat vielerlei positive Effekte.
00:11:26: Da sind einmal natürlich die ökologischen Effekten die vor allem zur Klimaanpassung beitragen.
00:11:31: Wir haben ja zunehmend mehr Hitzewellen, da kriegen Ereignisse und diese kleinen Bauminseln kühlen.
00:11:38: die Luft drinnen ist einfach eine deutlich niedrigere Temperatur als außerhalb.
00:11:41: es wird natürlich auch Einstaub von der Luft gefiltert Sauerstoff produziert CO² gespeichert das Regenwasser kann besser an den Bogen eindringen und versickern erbietet natürlich auch Lebensraum für Tiere der sonst der knapp ist in der Stadt.
00:11:57: Gerade für Insekten ist das super, aber auch natürlich kleine Nagetiere und andere Säugetiere.
00:12:01: Ein Vögel für dazu Flucht.
00:12:03: Nebenbei ist der soziale Aspekt sehr wichtig bei den Tiny Forests wie du gerade schon erwähnt hast.
00:12:09: Runde sind das ganz logische Sachen so einfach Grünflecken zum Wohlgefühl in Städten beitragen.
00:12:15: Sie sehen schön aussehen von außen, Flächen die sonst vielleicht mal im Parkplatz waren vorher oder eine vertrocknete Wiese im Sommer dann zu einem grünen, blühenden kleinen Ökosystem werden in Orten wo man sich drin aufhalten kann und natürlich auch Natur-Lernorte sind.
00:12:33: Das ist uns ganz wichtig dass wir alle Tiny Forests im Nachgang weiterhin gut begleiten und besuchen.
00:12:39: das heißt wir kommen zur Einstandorten einmal oder mehrmals im Jahr wieder hin und bieten Bildungsprogramme an.
00:12:45: das sind also sozusagen grüne Klassenzimmer kann man sie auch nennen Orte wo Kinder einfach wieder hinkommen können und auch in der Stadt über die Natur lernen.
00:12:54: Es gibt natürlich auch viele Kinder, wo das regelmäßig passiert.
00:12:57: Dass die Eltern oder andere Menschen mit ihnen in den Wald gehen und darüber lernen welche Baumarten bei uns heimisch sind, welche Tiere bei uns im Wald leben.
00:13:05: aber für viele Kinder die in der Stadt leben, passiert es auch nicht.
00:13:08: von daher ist unser Gedanke dass wir die Natur wieder zu den Kindern zurückbringen da wo sie eigentlich lebend einen Naturerfahrungsraum ganz nah bei ihnen schaffen.
00:13:18: In den Bildungsprogrammen geht's uns einmal darum wieder eine Verbindung herzustellen zwischen Menschen und Natur wieder zu erfahren, wie es ist sich in der Natur aufzuhalten mit den Händen an der Erde zu buddeln, Insekten zu beobachten und natürlich wollen wir auch ökologisches Wissen vermitteln.
00:13:34: Also einfach schauen was sind eigentlich die Baumarten, die es bei uns gibt?
00:13:38: Welche Tiere leben hier?
00:13:39: oft erfahren wir wenn wir Kinder fragen was für Tiere sind hier?
00:13:42: so dann sagen sie Tiger und Giraffen weil da einfach schon eine gewisse Entfremdung stattgefunden hat und viel durch den Zoo Besuch sozusagen erlebt wird und nicht durch den heimischen Wald.
00:13:52: Und das ist wichtig, da einfach wieder in Zivilisierung herzustellen.
00:13:56: Auch zu erklären wie Ökologische zusammenhängen sind.
00:13:59: Ich kann das gut nachempfinden.
00:14:01: ich selber bin in einem Haus groß geworden was einen großen Gemeinschaftsgarten dahinter hatte.
00:14:05: also ich wusste noch wie eine Erdbeerpflanze aussieht.
00:14:08: hier in Berlin gibt es natürlich auch viele Kleingartenkolonien und ich denke viele Menschen bringen dort gerade kleine Kinder hin.
00:14:16: aber dieses Projekt ist halt eines was allgemein zugänglich ist Und viele Kinder haben, so wie du das gerade erwähnt hast, in ihrem Leben nicht mit einem Schüppchen was eingepflanzt.
00:14:28: Das dann auch noch zu sehen, dass das stehen bleibt und größer wird als die Sommenblume im Topf?
00:14:34: Das ist schon, denke ich ein toller Ansatz!
00:14:38: Das kann eine echte Verbindung zur Natur herstellen – gerade in solchen Metropolstätten wie Berlin Ist das ein ganz, ganz wichtiger Ansatz in der Bildung?
00:14:48: Also Hut ab!
00:14:49: Das finde ich eine tolle Idee.
00:14:56: Wie finanziert ihr euch eigentlich?
00:14:59: Ich würde sagen bei uns ist es gerade eine ganz gute Mischfinanzierung.
00:15:03: also zum einen bekommen wir natürlich Geld durch unsere Pflanzprojekte wenn wir für Auftraggeber pflanzen die selber das finanzieren können dass sind zb Städte oder Kommunen und auch Bildungseinrichtungen.
00:15:14: Öfter haben wir aber auch Förderungen von Dritten, die dann sozusagen Pflanzprojekte in der Bildungseinrichtung oder in der Stadt finanzieren.
00:15:22: Ansonsten bekommen wir noch Förderung von Stiftungen zum Beispiel für unsere Forschungsarbeit.
00:15:28: Woran forschen wir denn?
00:15:29: Wir forschen an den Effekten von Tiny Forests und wir versuchen das unserer Arbeit gleichzeitig auch noch zu evaluieren.
00:15:37: Dafür haben wir ein größer angelegtes Forschungsprojekt, wo wir zehn Standorten einmal fünf Stück hier in Berlin-Brandenburg und fünf Stück in Hessen untersuchen.
00:15:45: Da haben wir Messstationen aufgestellt, wo die Bodentemperatur, Bodenfeuchte und so gewisse Parameter messen und über drei Jahre hin Daten aufnehmen.
00:15:54: Wir haben aber auch Kartierungen gemacht von Insekten also gezielt sozusagen welche Insektern da sind, vermessen die Bäume das heißt wir gucken wie das Baum Backstum ist und versuchen einfach so sozusagen unsere eigene Arbeit mit fundierten Ergebnissen zu evaluieren.
00:16:08: Habt ihr denn schon erste Ergebnisse?
00:16:11: Ja, wir haben schon erste Ergebnisse.
00:16:12: da gibt es einen relativ umfangreichen Forschungsbericht den man auf unserer Webseite angucken kann.
00:16:17: Die Ergebnisse zeigen auf jeden Fall dass die Biodiversität gerade am Anfang extrem stark zunimmt.
00:16:23: Das ist die Phase wo die Bäume noch nicht so wahnsinnig groß sind.
00:16:26: Da ist eine Zeit wo extrem viele Insekten und Schmetterlinge uns in den Tiny Forests sind nimmt dann aber auch natürlich wieder ab, weil die Bäume einfach größer werden und weniger diese Krautschicht gibt, die sich am Anfang noch stärker bildet.
00:16:41: Ist aber ein natürlicher Prozess wie so'n kleiner Wald wächst.
00:16:45: Aber die Ergebnisse sind jetzt gerade erst von einem Jahr Forschungsarbeit und werden sozusagen zunehmend
00:16:50: veröffentlicht.".
00:16:52: Ihr wurdet auch ausgezeichnet?
00:16:54: Das wäre eine andere Finanzierungsquelle, die ich nennen kann.
00:16:57: Wir hatten am Anfang vor allem da sehr viel Glück.
00:17:00: Man hat am richtigen Zeitpunkt da sozusagen.
00:17:02: Es war eine Zeit, wo politisch auch das Interesse an Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen unter den naturbasierten Lösungen viel größer war.
00:17:11: Und da haben wir eine Auszeichnung bekommen vom Umweltbundesamt, den blauen Kompfpass.
00:17:16: Und aber auch von der Zürich Versicherung haben wir dem Planet Hero Award gewonnen.
00:17:20: Und ein Bier für Morgenpreis von Union Investment.
00:17:24: Was natürlich für einen kleinen Verein wie wir sind eine extrem gute Startfinanzierung ist!
00:17:29: Jetzt bekommen wir eben auch ein paar Spenden, das ist nicht ein super großer Teil unserer Finanzierung.
00:17:33: Aber würden wir gerne weiter ausbauen?
00:17:36: Wir pflanzen, wir bilden mit Begeisterung für eine lebendige Erde.
00:17:43: Wer is denn dass wir?
00:17:44: kann ich auch teil davon werden?
00:17:48: Auf jeden Fall!
00:17:49: Genau das ist unser Ansatz, dass nicht wir, sprich nicht wir die Menschen jetzt in diesem Verein arbeiten ausschließlich Bäume pflanzt Sondern, dass all unsere Plansprojekte eben Gemeinschaftsprojekten sind und auch eigentlich mit einer Gemeinschafsvision entwickelt werden.
00:18:04: Das heißt nicht wir diejenigen, die dann hinkommen und sagen, wir bestalten dich vielleicht jetzt so und machen dir um die Formen?
00:18:09: Und da machen wir eine Bank hin!
00:18:10: Sondern das wird immer mit den Menschen, die sozusagen direkt vor Ort sind gemeinsam entwickelt.
00:18:15: Um einfach zu gucken was in die Bedürfnisse, wie soll das genutzt werden... Was finden Menschen auch rastiertisch
00:18:20: Schönen?!
00:18:22: Und diese Pflanzaktionen, die sind in aller Regel öffentlich und eigentlich kann da jeder mitmachen.
00:18:28: Wir kommunizieren unsere Pflanztermine immer über Social Media und auch über unseren Newsletter.
00:18:34: Die Pflanszeiträume sind eigentlich immer der Herbst also meistens November und auf Frühling, also März vielleicht noch Anfang April.
00:18:41: das macht aus ökologischer Sicht am meisten Sinn für die Pflanzaktionen Und auch dieses Jahr werden wir wieder vermutlich zwei bis drei Pflanzaktionen in Berlin haben.
00:18:52: Die Termine stehen aber leider noch nicht komplett fest
00:18:54: dafür.".
00:18:56: Und wo werden die sein?
00:18:57: Gibt es da schon einen Ort?
00:19:00: Ein Ort steht fest, das wird auf jeden Fall ein Ergner sein also außerhalb von Berlin eigentlich schon im Brandenburg und die anderen Standorte in Berlin stehen aber leider noch nicht final fest.
00:19:09: Da braucht man natürlich auch viele Menschen um die frisch gesetzten Bäumchen auch die erste Zeit zu betreuen, denn wenn ich hier so an die Hitze denke im Sommer müssen sie ja dann wohl auch noch gegossen werden.
00:19:20: Genau, die Tiny Falls brauchen eigentlich nur den ersten zwei bis drei Jahren noch Pflege.
00:19:25: danach kann man sich komplett selbst überlassen und danach ist das Ökosystem soweit stabilisiert dass einfach durch die starke Durchwurzelung des Bodens genug Wasser gehalten wird.
00:19:35: aber in den ersten Zwei-Drei Jahren braucht es manchmal noch ein bisschen Unterstützung.
00:19:39: Also wir empfehlen, dass man ausschließlich in den Sommermonaten alle zwei drei Wochen den Tiny Forest liest.
00:19:45: Ein wichtiger Teil der Methode ist auch das wir eine sehr dicke Mulchschicht machen also es werden so acht bis zehn Zentimeter Laubholt-Zack-Schnitzel gemulcht sodass einfach der Boden gar nicht so stark austrocknen kann und auch Unkrautbackstum unterdrückt wird.
00:19:58: In manchen Standorten passiert das dann trotzdem, dass da unglaublich viel wächst.
00:20:03: Das ist auch nur dann problematisch, wenn das Unkraut sozusagen höher wächst als die Bäume und die damit einfach zu doll überschattet.
00:20:09: Und an manchen Standorten ist es trotzdem zählenswert, dass Unkrauter in den ersten, zweiteter Jahren nochmal zu entfernen oder auch einfach als Mulch drinnen zu lassen.
00:20:17: Die Bäume sind dann groß genug, da man da eigentlich gar nichts mehr machen
00:20:20: muss.".
00:20:25: Zum Abschluss hätte ich noch eine Frage – Wenn Sie sich etwas wünschen dürften für Ihren Verein?
00:20:31: Was wäre das?
00:20:33: Das ist eine gute Frage.
00:20:34: Was ich mir wünschen würde, wäre wahrscheinlich einfach das noch mehr ein Verständnis von allen Menschen kommt wie wichtig eigentlich Natur für uns ist und es glaube ich vor allem bei den Menschen die in Städten wohnen noch viel wichtiger weil da einfach über die letzten Jahrzehnte sehr viel Entfremdung stattgefunden hat und wir sehr isoliert von der Natur oft leben und ich glaub vielen Menschen ist das total klar Aber oft auf politischer Ebene, es werden dann auch wirtschaftliche Interessen einfach über die Natur priorisiert.
00:21:03: Und wenn auf einer Fläche irgendeinen Unternehmestandort oder einen neuen Wohnblock gebaut werden kann, dann wird auf dieser Weg gegangen und nicht der Natur der Raum mitgeben.
00:21:14: Schon dass sich das ändert, dass wir verstehen und wissen wie sehr wir einfach mit der Natur verbunden sind und im Wechsel leben und uns gegenseitig brauchen.
00:21:23: Im Grunde geht es um dieses Verständnis, dass wir alle eins sind und einfach mit der Natur- und Verbindung leben.
00:21:29: Da wünsche ich Ihnen jetzt erst einmal viel Erfolg.
00:21:34: an unsere Zuschauer gerichtet Wer sich hier für kleine Tiny Forests interessiert kann mal googeln Mia Forest.
00:21:44: da kann man dann auf der Webseite schön lesen wie man unterstützen kann Und wie man auch vielleicht wenn man Kinder oder Enkelkinder hat selber mal so einer Pflanzaktion teilnimmt und erlebt, was das bedeutet wieder Natur in einem Stadtraum anzusiedeln.
00:22:02: Ich wünsche Ihnen für den Verein sehr viel Erfolg!
00:22:06: Und auch dass die Bezirksämter vielleicht doch nochmal ein paar Flächen finden wo man tiny forests setzen kann.
00:22:13: Vielen Dank und auf Wiederhören!
00:22:15: Ja danke auch von meiner Leutung Tschüss.
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